maligner-aszites.de bietet Patienten und Angehörigen die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen direkt an kompetente und erfahrene Experten zu wenden. Diese behandeln täglich Krebspatienten mit Malignem Aszites und sind mit deren Problemen vertraut. Der Service ist kostenlos und auf Wunsch anonym.
Bei meiner Frau wurde 2011 ein Pankreastumor entfernt. Es folgte im Anschluss an die OP eine Chemo. Nun wurde bei ihr ein Aszites festgestellt, der durch Metastasen in der Bauchwand bedingt ist. Zurzeit bekommt sie wieder eine Chemo. Käme Sie ebenso für die Behandlung mit trifunktionalen Antikörpern in Frage?
Eine Behandlung mit Catumaxomab kann erwogen werden. Dies sollte bezüglich des zeitlichen Ablaufs mit der Chemotherapie koordiniert werden. Es kann durchaus sein, dass die Chemotherapie gegen Aszites nicht wirksam ist, so dass Catumaxomab eine sinnvolle Ergänzung zur Chemotherapie darstellt. Voraussetzung für die Catumaxomab Therapie ist, dass keine Stauung der Gallenwege vorliegt.
Es geht um eine Patientin mit Aszites aufgrund eines metastasierten Ovarialkarzinoms. Sie hat bereits drei Chemotherapien bekommen, eine weitere ist geplant. Sie ist insgesamt in einem sehr schlechten Zustand.
Kommt eine Therapie mit dem trifunktionalen Antikörper infrage?
Bei einem Ovarialkarzinomrezidiv, das nicht mehr auf eine platinhaltige Chemotherapie anspricht, und einem malignen Aszites ist die Therapie mit dem trifunktionalen Antikörper Catumaxomab grundsätzlich möglich. Jedoch müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: ein stabiler Allgemeinzustand, es dürfen keine akuten oder chronischen Infektionen (z.B. Hepatitis) sowie keine schwere Darmträgheit (i.S. Subileus) vorliegen. Vorab müssen auch Leber- und Nierenfunktion sowie der Eiweißgehalt im Blut kontrolliert werden.
Mein Ehemann hat ein Pankreaskarzinom 3. Grades. Er bekommt derzeit eine Chemotherapie. Jetzt hat er vermehrt Aszites mit Tendenz zur Verschlechterung Er hat kein Fieber, kann spazieren gehen, hat keinen Auswurf, das Gewicht bleibt konstant. Warum bekommt er gegen den Aszites nicht den Antikörper?
Die Therapie, die Ihr Angehöriger bekommt, erscheint mir grundsätzlich richtig. Sie ist die wirksamste Therapie für Patienten mit Pankreaskrebs, die uns derzeit zur Verfügung steht.
Die Frage, ob man aufgrund des Aszites den Antikörper einsetzen sollte, ist berechtigt, kann aber nicht einfach entschieden werden. Wichtig ist, dass zunächst durch eine Computertomographie oder vergleichbare Untersuchung der Nutzen der jetzigen Therapie überprüft wird. Ist diese nicht in der Lage, die Entwicklung des Aszites zu stoppen, kann eine Therapie mit dem Antikörper sinnvoll sein. Dies lässt sich aber letztendlich nur direkt im Gespräch mit einem Onkologen entscheiden.
Meine Frau hat Aszites aufgrund eines nicht mehr operablen Lebertumors. Aktuell werden alle vier Tage ca. 4 Liter punktiert. Ist in diesem Fall eine Therapie mit dem trifunktionalen Antikörper noch eine Möglichkeit, das Nachlaufen einzudämmen?
Aufgrund der vorliegenden Erkrankung eines nichtoperablen (bösartigen?) Lebertumors ist das Bauchwasser durch diese Erkrankung höchstwahrscheinlich selbst bedingt, also hepatogenen/lebereigenen Ursprungs. In diesem Fall bringt der Einsatz des trifunktionalen Antikörpers keine Besserung.
Der trifunktionale Antikörper kann nur eingesetzt werden, wenn das Bauchwasser durch eine Aussaat von Tumorzellen auf dem Bauchfell (Peritonealkarzinose) bedingt/verursacht wird. Sollte im vorliegenden Fall zusätzlich noch eine Bauchfellmetastasierung vorliegen und diese die wahrscheinlichere Ursache für das Bauchwasser sein, dann könnte ein Einsatz des Antikörpers erwogen werden.
Nach Operation eines aggressiven fortgeschrittenen Brustkrebses im Mai 2012 wurde eine Chemotherapie durchgeführt. Ich erhalte nun Trastuzumab und bekomme ab 2013 Bestrahlung. Seit einigen Tagen habe ich ein leichtes Lymphödem im linken Arm, das nun mit Lymphdrainage behandelt wird. Jetzt bemerke ich einen aufgeschwemmten "Wackelbauch". Kann das Aszites sein? Was kann ich dagegen tun?
Sie sollten bitte Ihren behandelnden Gynäkologen oder Onkologen aufsuchen und mit ihm die aktuelle Beschwerdesymptomatik besprechen.Aus meiner Sicht wäre eine klinische Untersuchung nötig (Tastuntersuchung, gynäkologische Untersuchung sowie Transvaginalultraschall und Ultraschall der Bauchorgane). Nur so kann man ihre Beschwerden richtig einordnen sowie die Frage nach Aszites abklären.
Sie werden aktuell im Rahmen der Primärtherapie der Brustkrebserkrankung behandelt, sodass erstmal gilt: alle Therapieoptionen ausschöpfen, zusätzlich Lymphdrainage und physikalische Therapie. Aktuell besteht keine Indikation für eine Aszites-Behandlung.
Mein Vater hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und jetzt auch malignen Aszites. Wie kann ihm am besten geholfen werden? Er hat auch Wasser in der Lunge.
Die Therapie von metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs (der maligne Aszites spricht für eine Bauchfellmetastasierung = Peritonealkarzinose) ist abhängig von den bereits durchgeführten Therapien. Ist noch keine Chemotherapie durchgeführt worden, kann man bei gutem Allgemeinzustand diese zunächst empfehlen. Wurde bereits Chemotherapie durchgeführt und/oder ist der Allgemeinzustand zu schlecht, ist ein sogenannte symptomatische Therapie angezeigt (Schmerzlinderung, Ernährungstherapie usw.).
Bei Aszites mit Beschwerden (Druckgefühl, kein Appetit, Luftnot, erhebliche Bewegungseinschränkung usw.) käme bei gutem Allgemeinzustand möglicherweise auch eine intraperitoneale Therapie mit dem trifunktionalen Antikörper in Frage. Bei einem eingeschränkten Allgemeinzustand/hohen Lebensalter wäre auch eine alleinige Punktion und ein Ablassen des Bauchwassers möglich. Bei Luftnot, die durch den Pleuraerguss ("Wasser in der Lunge") bedingt ist, könnte man auch hier das Wasser abpunktieren.
Welche Auswirkungen hat eine Alkoholabhängigkeit auf Aszites?
Alkoholabhängigkeit kann ein Grund für eine Leberzirrhose (d.h. einen narbiger Umbau der Leber) sein, die zur Ausbildung von Aszites führt. Der Aszites ist dann Ausdruck der Leberinsuffizienz.
Maligner Aszites wird durch eine Tumorerkrankung verursacht, die eigentlich nicht mit Alkohol in Verbindung steht.
Da bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs die Lungenmetastasen weiter wachsen, wurde die Chemotherapie beendet. Nun wächst der Umfang des Bauches massiv an. Sonographisch wurde Aszites diagnostiziert. Ab wann ist eine Punktion notwendig? Wie viel Angst muss man haben?
Eine Punktion des Bauchwassers (Aszites) sollte dann vorgenommen werden, wenn durch die zunehmende Ansammlung von Wasser im Bauch Beschwerden auftreten. Das können Völlegefühl, verbunden mit Übelkeit, Appetitlosigkeit sein, zunehmendes Druckgefühl oder auch zunehmende Luftnot.
Die Punktion selbst kann ambulant durchgeführt werden. Dabei wird man zunächst mittels Ultraschall eine geeignete Punktionsstelle heraussuchen (oft im linken Unterbauch). Danach wird diese Stelle desinfiziert und örtlich betäubt. Das kann etwas brennen, hält aber nur kurz an. Im Anschluss daran durchsticht man mit einer entsprechenden Punktionsnadel die Bauchdecke, so dass man in der Bauchhöhle den Katheter platzieren kann, über den das Bauchwasser abläuft. Insgesamt geht die Punktion relativ schnell, so dass kaum Schmerzen auftreten. Nach Ablassen des Bauchwassers verspürt der Patient dann sofort eine Erleichterung. Es kann natürlich auch Komplikationen geben (z.B. Verletzung des Darms). Das ist aber insgesamt sehr selten. Ich denke, man muss nicht sehr viel Angst haben.
Welche Voraussetzungen müssen für den Einsatz des trifunktionalen Antikörpers im Fall eines zugrundeliegenden Ovarialkarzinoms erfüllt sein? Unter welchen Bedingungen übernehmen die Krankenkassen die Kosten dafür?
Grundlegende Voraussetzungen für eine Therapie mit dem trifunktionalen Antikörper sind:
Es muss im Einzelfall geklärt werden, ob die Voraussetzungen für eine Therapie mit dem trifunktionalen Antikörper gegeben sind.
Die Therapie ist zugelassen, d.h. es muss daher kein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.
Bei malignem Aszites ist es nun auch zu Wassereinlagerung in den Beinen gekommen. Gibt es hierfür lindernde Maßnahmen? Eine Chemotherapie mit Taxol und Carboplatin wurde begonnen.
Die Wassereinlagerungen in den Beinen sind leider ein typisches Symptom bei Aszites. Es kommt durch eine Störung der Zirkulation der Lymphflüssigkeit, oft in Verbindung mit niedrigem Eiweißspiegel im Blut, zum Austritt des Wassers aus den Gefäßen in die Weichteile der Beine.
Es ist schwer per E-Mail und ohne Sie gesehen zu haben, lindernde Maßnahmen zu empfehlen, da die Therapie von der Schwere der Wassereinlagerung, Ihren Blutwerten und der genauen Ursache abhängt. Allerdings ist die Therapie mit Carboplatin und Taxol ein wichtiger Schritt in Richtung Linderung der Symptome, da diese die Ursache behandelt. Andere allgemeine Maßnahmen beinhalten die Hochlagerung der Beide, Lymphdrainagen, Kompressionsstrümpfe etc. Bitte besprechen Sie diese mit Ihrem behandelnden Arzt.
Kann man den trifunktionalen Antikörper einsetzen, wenn durch die Metastasen im Bauchfell schon Blut in den Bauchraum kommt? Der Primärtumor ist ein Magentumor und eine Operation ist nicht mehr möglich.
Es gibt keine Hinweise, dass der trifunktionale Antikörper bei blutigem Aszites nicht wirkt oder mit mehr Nebenwirkungen behaftet ist. Insofern kann er auch bei blutigem Aszites grundsätzlich angewendet werden. Blutiger Aszites ist bei Tumorkrankheiten im Bauchraum nicht selten. Es muss jedoch geklärt werden, ob die Voraussetzungen für eine Therapie mit dem trifunktionalen Antikörper vorliegen. Ist das der Fall, kann die Behandlung grundsätzlich durchgeführt werden.
Bauchwasser bzw. Aszites wird je nach Ursache von unterschiedlichen Fachrichtungen behandelt:
Falls eine gutartige Lebererkrankung zugrunde liegt, erfolgt eine Behandlung durch Gastroenterologen.
Falls eine bösartige Tumorerkrankung vorliegt, erfolgt die Behandlung durch Onkologen, Gynäkologen und ggf. onkologisch tätige Chirurgen.
Meine Schwester hat malignen Aszites aufgrund eines Ovarialkarzinoms. Trotz Chemotherapie nimmt das Wasser im Bauch zu. Heißt das, dass die Chemotherapie nicht wirksam ist? Sie kann nur schluckweise essen und trinken und hat Atembeschwerden. Kann man die Therapie mit einem trifunktionalen Antikörper auch durchführen, wenn der Aszites abgekapselt ist?
Wenn unter Chemotherapie der Aszites zunimmt, ist die Wirkung nicht ausreichend. Dennoch sollten grundsätzlich 3 Therapiezyklen der Chemotherapie abgewartet werden.
Bei einem abgekapselten Aszites kann die Therapie mit einem trifunktonalen Antikörper auch grundsätzlich angezeigt sein.
Mein Vater hat Leberzirrhose und ist Diabetiker. Er leidet sehr unter extremer Wasseransammlung im Bauch. Würde die Behandlung mit einem trifunktionalen Antikörper helfen?
Die intraperitoneale Therapie mit dem trifunktionalen Antikörper wirkt gegen Wasseransammlungen, die durch Tumorzellen im Rahmen einer auf dem Bauchfell verbreiteten Krebserkrankung verursacht werden. Die Therapie richtet sich gegen Krebszellen, die durch die Antikörper gebunden werden können. Im geschilderten Fall ist eine Leberzirrhose die Ursache für die Ansammlung des Bauchwassers. Daher ist eine Therapie mit trifunktionalen Antikörpern nicht wirksam.
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