Leben mit Malignem Aszites

Leben mit Malignem Aszites

Beim malignen Aszites steht die Linderung der durch den geschwollenen Bauch hervorgerufenen Beschwerden im Vordergrund. Steht die Erkrankung im Zusammenhang mit Eierstockkrebs im Frühstadium, kann kurativ behandelt werden. Zumeist jedoch tritt maligner Aszites in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung auf. Das bedeutet, dass die Therapie keine Heilung mehr bewirken kann. In dieser Situation gilt es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und so lange wie möglich zu erhalten. 
Auch Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen müssen heute nicht mehr zwangsläufig in einer Klinik betreut werden. Viele moderne Therapien können ambulant durchgeführt werden, und solange der Patient selbst dazu in der Lage ist oder Pflegedienste und Angehörige ihn unterstützen, kann er zu Hause versorgt werden.

Ernährung

Die Ansammlung von Aszitesflüssigkeit als Folge einer Tumorerkrankung kann durch eine veränderte Ernährung nicht beeinflusst werden. Das bedeutet auch, dass eine verminderte Flüssigkeitszufuhr oder eine salzarme Diät nicht zu einer Abnahme des Bauchwassers führt. Da Aszites ein Volumen von mehreren Litern erreichen kann, leiden viele Patienten aufgrund des Druckes im Bauchraum nicht nur unter Blähungen und Übelkeit, sondern auch an Appetitlosigkeit und einem anhaltenden Sättigungsgefühl. Hier gilt es, dennoch eine ausreichende Ernährung aufrecht zu erhalten und auf eine hinlängliche Flüssigkeitszufuhr zu achten, damit es nicht zu Abmagerung und Mangelerscheinungen oder zum Darmverschluss kommt. Hinweise zu Ernährung finden Sie bei unseren Linktipps.

Hautpflege und Hygiene bei dauerhaften Kathetern

Die gespannte Bauchhaut bei starken Aszites erfordert eine intensive Hautpflege. Um das Spannungsgefühl zu mindern, können beispielsweise fettreiche Cremes eingesetzt werden. 
Nach einer Parazentese muss die Punktionsstelle sauber und trocken gehalten werden, um Infektionen vorzubeugen. 
Sind häufige Parazentesen nötig, kann ein dauerhafter Portkatheter im-plantiert werden, über den Patienten, Angehörige oder ambulante Pflege-kräfte die Flüssigkeit zu Hause selbstständig ableiten können. Wiederholte Punktionen, die für den Patienten belastend und mit langen Wegen und hohem zeitlichem Aufwand verbunden sind, können so vermieden werden. Zudem ist das häufige Ablassen kleinerer Aszitesmengen für den Kreislauf schonender als die Punktion größerer Mengen. Auch bei intraperitonealen Chemo- oder Antikörpertherapien wird für die Dauer der Therapie ein Katheter implantiert. 
Bei Patienten, die einen Portkatheter erhalten haben, muss darauf geachtet werden, dass die Punktionsstelle steril bleibt, um Infektionen vorzubeugen. Treten Schmerzen, Rötungen, Flüssigkeitsabsonderungen an der Einstichstelle und/oder Fieber auf, kann dies auf eine Infektion hindeuten. In diesen Fällen muss sofort ein Arzt kontaktiert werden.

Psychologische Unterstützung zur Bewältigung der Krankheit

Die Diagnose Krebs ist für Patienten wie Angehörige schockierend und stellt eine schwere seelische Belastung dar. Ist die Erkrankung schon weit fort-geschritten und kommen massive Symptome sowie sichtbare körperliche Anzeichen wie beim Aszites hinzu, erschwert dies noch den Umgang mit der Situation. Professionelle Hilfe bei der seelischen Bewältigung und Verarbeitung ihrer Erkrankung erhalten Krebspatienten bei Psychoonkologen, die auf die psychische, aber auch soziale und sozialrechtliche Betreuung von Krebs-patienten spezialisiert sind. 
Krebsberatungsstellen und Selbsthilfegruppen sind mögliche Anlaufstellen auch für Angehörige, die Unterstützung und Tipps für den Umgang mit den erkrankten Verwandten oder Freunden suchen.

Selbsthilfegruppen

Viele Ängste und Probleme lassen sich mit anderen Betroffenen besser besprechen als mit der eigenen Familie. Besonders Alleinstehenden kann eine Selbsthilfegruppe wichtigen Halt geben.

Da Maligner Aszites nur eine kleine Patientengruppe betrifft, ist es sinnvoll, nach Selbsthilfegruppen zu suchen, die am gleichen Primärtumor erkrankt sind.

Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen – NAKOS unterstützt Betroffene bei der Suche nach der richtigen Gruppe.

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