Parazentese - mechanische Ableitung der Flüssigkeit

Parazentese - mechanische Ableitung der Flüssigkeit

Aszites-Drainage
Aszites-Drainage

Die symptomatische Behandlung eines malignen Aszites erfolgt derzeit in erster Linie mit Hilfe der sogenannten Parazentese (auch: Aszitesdrainage), dem Ablassen von Flüssigkeit aus der Bauchhöhle. Sie dient der mechanischen Entlastung des prall gefüllten Bauches, um belastende Symptome wie Atemnot, Sodbrennen oder Übelkeit schnell und wirksam zu lindern.

Dazu wird unter lokaler Betäubung eine Hohlnadel in den Bauchraum eingeführt, während gleichzeitig per Ultraschall kontrolliert wird, dass die Kanüle an der richtigen Stelle sitzt und keine Organe verletzt werden. Über einen Schlauch kann nun die Flüssigkeit abgeleitet werden. Deren Menge, Fluss und Erreichbarkeit bestimmen, wie lange die Parazentese dauert (30 Minuten bis hin zu 72 Stunden) und ob die Behandlung ambulant erfolgen kann, oder ob eine stationäre Aufnahme nötig ist.

Die Parazentese wirkt jedoch nur vorübergehend. Im Durchschnitt muss innerhalb von nur zehn Tagen erneut parazentiert werden, weil sich bereits wieder eine größere Menge Flüssigkeit gebildet hat. Dies ist für den Patienten sehr belastend und birgt zudem die Gefahr von Verletzungen des Darms, Infektionen am Einstichkanal und daraus resultierenden Entzündungen des Bauchfells.

Ein weiterer Nachteil häufiger Aszitesdrainagen besteht im hohen Eiweiß- und Flüssigkeitsverlust, was zu Blutdruckabfall, Abmagerung, Stoffwechsel-störungen und Austrocknung führen kann. Darum müssen Patienten parallel zur Parazentese Infusionen mit Flüssigkeit sowie Eiweißlösungen zugeführt werden.

Portkatheder

Benötigt ein Patient wegen seines Aszites regelmäßige Drainagen, kann ein sogenannter Portkatheder gelegt werden. Dazu wird mittels eines kleinen Hautschnittes ein dauerhafter Zugang (Port: lateinisch „Tür“) zur Bauchhöhle geschaffen. Über einen dünnen Schlauch können dann beliebig oft kleinere Mengen Flüssigkeit abgeleitet werden. Dieses Verfahren ist für die Patienten schonender, denn es erspart ihnen die häufigen Einstiche durch die Parazentesenadeln. Zudem kann der Umgang mit dem Portkatheder leicht erlernt werden, so dass die Drainagen eigenständig zu Hause durchgeführt werden können. 

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