Aktuell: Die ATLANTIS-Studie

Wie sicher ist eine totale Parazentese bei malignem Aszites?

Die Behandlung eines malignen Aszites erfolgt derzeit in erster Linie mithilfe der sogenannten Parazentese, dem Ablassen von Flüssigkeit aus der Bauchhöhle. Sie dient der mechanischen Entlastung des prall gefüllten Bauches, um Beschwerden wie Atemnot, Sodbrennen oder Übelkeit schnell und wirksam zu lindern.

Dr. Pietzner
Dr. Klaus Pietzner

Da es bisher keine Studien über die möglichen Auswirkungen eines zu schnellen Ablassens der Aszitesflüssigkeit auf das Herz-Kreislauf-System gibt, dürfen derzeit maximal drei Liter (3L) auf einmal abgelassen werden. Sollte sich mehr Flüssigkeit in der Bauchhöhle befinden, ist am nächsten Tag ein erneutes Ablassen erforderlich. Dies ist dann in aller Regel mit einem stationären Aufenthalt verbunden und belastend für die Patientin. 

Die ATLANTIS-Studie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin wird erstmals die Sicherheit eines vollständigen Ablassens von Aszitesflüssigkeit bei malignem Aszites untersuchen. Mithilfe der Daten sollen Entscheidungen in der Therapie des malignen Aszites ermöglicht und die Lebensqualität der Patientinnen spürbar verbessert werden. Die Studie startet im September 2017 und dauert voraussichtlich ein Jahr. Es werden mindestens 60 Patientinnen eingeschlossen, die entweder eine Total- oder eine Teilparazentese (max. 3L) erhalten. Im Falle der Teilparazentese erfolgt das Ablassen der restlichen Flüssigkeit standardisiert am Folgetag.

Kontakt zur ATLANTIS-Studie: 

Dr. Klaus Pietzner
Oberarzt

klaus.pietzner@charite.de