Fachbegriffe (Glossar)

A  |  B  |  C  |  D  |  E  |  G  |  H  |  I  |  K  |  L  |  M  |  N  |  P  |  S  |  T  |  V  |  Z

A

Akzessorische Zellen
Akzessorische Zellen sind mitbeteiligt an der Immunreaktion des Körpers. Zu ihnen zählen unter anderem Granulozyten, natürliche Killerzellen, Phagozyten, Makrophagen und dendritische Zellen.

Albumin
Albumin (auch Serumalbumin) ist ein Eiweißstoff im Blut. Albumin sorgt im menschlichen Organismus vor allem für die Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks, durch den das Wasser in den Blutgefäßen gehalten wird und somit nicht in das umliegende Gewebe austritt.

Antigene
Antigene sind Strukturen, die vom Organismus als fremd erkannt werden.

Antikörper
Antikörper sind Eiweißmoleküle, die von bestimmten Zellen des Immunsystems (B-Lymphozyten) als Abwehrstoffe gegen fremde Strukturen (Antigene) gebildet werden, an diese binden und sie dadurch eliminieren.

Aszites
Aszites ist der Fachbegriff für Bauchwassersucht und beschreibt die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle.

Aszitespunktat
Aszitespunktat nennt man die durch Punktion des Bauchraums gewonnene Probe von Aszitesflüssigkeit.

B

B-Lymphozyten
B-Lymphozyten (auch: B-Zellen) gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und stellen gemeinsam mit den T-Zellen einen entscheidenden Bestandteil der spezifischen körpereigenen Immunabwehr dar. B-Lymphozyten sind für die Bildung von Antikörpern zuständig.

C

CD20
CD20 ist ein Antigen, das B-Lymphozyten auf ihrer Oberfläche tragen.

Chylös
Chylös bedeutet „milchigtrüb“. Chylöse Aszites-Flüssigkeit tritt infolge des Austritts von Lymphflüssigkeit bei Lymphabflussstörungen im Bereich der Hauptlymphabflussbahn des Bauches auf.

CT
CT ist die Abkürzung für Computer-Tomographie. Bei diesem bildgebenden Verfahren werden viele einzelne Röntgenschnitte quer durch das Organ bzw. den Körperbereich aufgenommen und per Computer in ein dreidimensionales Bild umgerechnet.

CUP-Syndrom
CUP-Syndrom (engl. „Cancer of Unknown Primary“) ist die Bezeichnung von Krebs bei unbekanntem Primärtumor. Das heißt, es werden Metastasen gefunden, ohne dass der ursprüngliche Tumor bekannt ist.

D

Dendritische Zellen
Dendritische Zellen (lat. „dendriticus“: verzweigt) sind Zellen des Immunsystems, die in Kooperation mit T-Zellen eine antigenspezifische zelluläre Immunreaktion induzieren.

Diurese
Diurese ist der Fachbegriff für die Harnbildung und -ausscheidung durch die Nieren. Im engeren Sinne bezeichnet Diurese die verstärkte Ausscheidung von Urin.

Diuretika
Diuretika sind Medikamente, die als therapeutische Maßnahme künstlich die Harnausscheidung über die Nieren steigern.

Drainage
Drainage nennt man die Ableitung oder das Absaugen von Körperflüssigkeiten, die sich aufgrund von krankhaften Veränderungen angesammelt haben.

Ductus thoracicus
Der Ductus thoracicus ist das größte Lymphgefäß, das die Lymphe aus der Bauchhöhle, der Beckenhöhle und den Beinen aufnimmt und ableitet.

E

Endoskop
Endoskop ist ein Gerät, mit dem Bilder aus dem Inneren des Körpers gewonnen werden. Es wird sowohl in der Diagnostik als auch bei minimalinvasiven Operationen eingesetzt.

EpCAM
EpCAM (engl. „Epithelial Cell Adhesion Molecule“) ist ein Molekül, das auf normalen und entarteten epithelialen Geweben vorkommt und das in der Krebstherapie als Zielstruktur für Antikörper genutzt wird.

Epithel
Epithel ist eine biologisch-medizinische Sammelbezeichnung für Deckgewebe und Drüsengewebe.

Epitheliale Tumore (= Karzinome)
Epitheliale Tumoren (= Karzinome) entstehen durch die Entartung von epithelialen Zellen.

G

Granulozyten
Granulozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und spielen eine wichtige Rolle in der körpereigenen unspezifischen Immunabwehr.

H

HER2
HER2 (engl. „Human Epidermal Growth Factor Receptor 2“) ist ein Eiweißmolekül, das auf einem Teil von Brustkrebszellen besonders häufig vorkommt. Es wird daher in der Krebstherapie als Zielstruktur für Antikörper genutzt.

Hypalbuminämie
Hypalbuminämie (auch: Hypoalbuminämie) nennt man die verminderte Konzentration von Albumin im Blut, die zu Ödemen und Aszites führen kann. Hervorgerufen werden kann sie durch verminderte Eiweißbildung, z.B. eingeschränkte Leberfunktion (bei Lebermetastasen oder anderen Lebererkrankungen), oder durch Eiweißverlust z.B. durch Aszitesdrainage.

I

Immunabwehr
Die Immunabwehr (auch: Immunsystem) ist ein komplexes System, in dem verschiedene Organe, Zelltypen und Moleküle zusammenspielen. Man unterscheidet die unspezifische (oder angeborene) und die spezifische (adaptive) Immunabwehr. Zellen der unspezifischen Immunabwehr wie Granulozyten, natürliche Killerzellen oder Makrophagen erkennen körperfremde Stoffe und bekämpfen sie. Zellen der spezifischen Immunabwehr wie T-Lymphozyten und B-Lymphozyten sind in der Lage, spezifische Antigene der Angreifer auszumachen und eine gezielte zelluläre Abwehr auszulösen, indem z.B. spezifische Antikörper gebildet werden. Unspezifische und spezifische Immunabwehr ergänzen sich gegenseitig und lösen eine komplexe Immunreaktion des Körpers aus.

Intraperitoneal
Intraperitoneal bezeichnet den vom Bauchfell (Peritoneum) ausgekleideten Raum, wird aber häufig allgemeiner im Sinne von „innerhalb der Bauchhöhle“ verwendet.

K

Kernspintomographie
Kernspintomographie s. MRT

L

Laktatdehydrogenase
Laktatdehydrogenase (LDH) ist ein Enzym, das in allen menschlichen Zellen vorkommt. Eine Erhöhung der LDH ist ein Zeichen für einen verstärkten Zellzerfall, wie er bei Tumoren oder Entzündungen vorkommt. Er stellt somit einen wichtigen Parameter für die Labordiagnostik dar. Hohe Werte von LDH im Aszitespunktat können auf einen malignen Aszites hinweisen.

Laparoskopie
Laparoskopie ist der Fachbegriff für Bauchspiegelung.

Leberzirrhose
Leberzirrhose nennt man das Endstadium chronischer Lebererkrankungen, die meist durch Alkoholismus oder chronische Hepatitis hervorgerufen werden.

Leukozyten
Leukozyten ist der Fachbegriff für weiße Blutkörperchen, die Teil der spezifischen wie auch der unspezifischen Immunabwehr sind.

Lymphozyten
Lymphozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), deren Aufgabe es ist, körperfremde Bestandteile zu erkennen und zu bekämpfen. Zu ihnen zählen B-Zellen, T-Zellen und natürliche Killerzellen.

M

Makrophagen
Makrophagen sind weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und gehören zu den Fresszellen (Phagozyten). Sie spielen eine wichtige Rolle in der körpereigenen unspezifischen Immunabwehr.

Maligner Aszites
Maligner Aszites nennt man die Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum als Folge von Krebserkrankungen.

Metastasen
Metastasen sind Fernabsiedlungen/Tochtergeschwülste von Tumoren.

Monoklonale Antikörper
Monoklonale Antikörper sind Antikörper, die von einem einzigen Zellklon (d.h. Zellen, die durch Zellteilung aus einer Zelle entstehen) gebildet werden.

MRT
MRT ist die Abkürzung für Magnetresonanztomographie und wird auch als Kernspintomographie bezeichnet. Dieses bildgebende Verfahren erzeugt auf Basis von  Magnetfeldern und Radiowellen Schnittbilder des menschlichen Körpers, auf denen Organ- und Gewebestrukturen detailliert abgebildet sind. Das MRT verwendet keine Röntgenstrahlen und ist damit eine Alternative zum CT.

N

Natürliche Killerzellen
Natürliche Killerzellen (auch: NK-Zellen) gehören zu den Lymphozyten und sind Bestandteil der unspezifischen körpereigenen Immunabwehr.

P

Parazentese
Parazentese nennt man die therapeutische Punktion der Bauchhöhle und das Ablassen der Aszitesflüssigkeit s. a. Drainage.

Peritonealkarzinose
Peritonealkarzinose heißt der Befall des Peritoneums (Bauchfells) mit Tumorzellen bzw. Metastasen von bösartigen Tumoren verschiedenster Organe. Meist hat sie ihren Ursprung in Tumoren innerhalb, seltener auch außerhalb des Bauchraums gelegener Organe. Peritonealkarzinosen sind Ausdruck eines fortgeschrittenen Stadiums von Krebserkrankungen und schwer behandelbar. Deshalb ist die Lebenserwartung der betroffenen Patienten deutlich reduziert.

Peritoneovenöser Shunt
Peritoneovenöser Shunt nennt man eine künstliche Verbindung zwischen der Bauchhöhle (Peritonealhöhle) und dem zentralen Venensystem zur Ableitung von Aszitesflüssigkeit.

Peritoneum
Peritoneum ist der lateinische Fachbegriff für das Bauchfell.

Peritonitis
Als Peritonitis wird die Entzündung des Bauchfells bezeichnet.

Pfortader
Die Pfortader ist eine große Vene, die das Blut aus den Verdauungsorganen zur Leber führt.

Phagozyten
Phagozyten sind sogenannte Fresszellen und Bestandteil der körpereigenen Immunabwehr. Zu ihnen gehören Granulozyten und Makrophagen.

Portale Hypertension
Als portale Hypertension wird ein erhöhter Druck in der Pfortader bezeichnet, der zum Austritt von Flüssigkeit aus dem Blut ins umliegende Gewebe führt und eine Ursache von Aszites sein kann.

Portkatheter
Portkatheter nennt man einen unter die Haut implantierten dauerhaften Zugang zu Blutgefäßen oder in die Bauchhöhle. Er wird angelegt, wenn häufige Blutabnahmen, Infusionen oder Parazentesen nötig sind.

Primärtumor
Primärtumor nennt man in Verbindung mit malignem Aszites denjenigen Tumor, von dem die im Bauchraum verteilten und am Bauchfell angesiedelten Tumorzellen ursprünglich stammen.

Punktat
Punktat s. Aszitespunktat

Punktion
Punktion (lat „Stich“) nennt man das Einführen einer Hohlnadel, z. B. zur Entnahme von Gewebsproben oder zum Ablassen von Flüssigkeiten.

S

Serumalbumin
Serumalbumin s. Albumin

Shunt
Ein Shunt ist eine künstliche Verbindung zwischen sonst getrennten Gefäßen oder Hohlräumen, der zu therapeutischen Zwecken angelegt wird. s. Peritoneovenöser Shunt

T

T-Zellen
T-Zellen oder auch T-Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und spielen neben den B-Lymphozyten eine wichtige Rolle in der spezifischen Immunabwehr.

Tumormarker
Tumormarker (z. B. CA 125, CA 19-9, CEA) sind Substanzen im Blut, anderen Körperflüssigkeiten oder im Gewebe, die auf einen Tumor hindeuten können, wenn sie in erhöhter Konzentration auftreten.

V

VEGF
VEGF (engl. „Vascular Endothelial Growth Factor) ist ein Molekül, das als Wachstumsfaktor eine wichtige Rolle bei der Neubildung von Gefäßen (Angiogenese) spielt, die z.B. für die Versorgung von Tumoren mit Nährstoffen wichtig sind.

Z

Zytokine
Zytokine sind Eiweiße, die regulierend in das Wachstum und die Differenzierung von Körper- und auch Tumorzellen eingreifen. Zu ihnen zählen unter anderem Interferone, Interleukine und Tumornekrosefaktoren.

Zytologisch
zytologisch: zellbiologisch

Zytostatika
Zytostatika sind Zellgifte, die das Wachstum und die Teilung von Zellen hemmen und deshalb als Chemotherapien zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden.

 

 

 

Links ...