Chemotherapie

Symbolbild Chemotherapie
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Mit einer Chemotherapie kann versucht werden, die für den Aszites verantwortlichen Tumorzellen zu zerstören. Ob eine Chemotherapie in Frage kommt und in welcher Form sie angewandt wird, hängt aber immer von der Gesamtsituation ab und kann nur individuell beurteilt werden. Nicht alle Krebsarten sprechen gleich gut auf die verschiedenen Zytostatika an, die für eine Chemotherapie zur Verfügung stehen. Ist der Ausgangstumor, der für die Aszitesbildung verantwortlich ist, bekannt, orientiert sich die Chemotherapie an den Standards zur Behandlung der  jeweiligen Tumorart. Oft aber tritt Aszites erst dann im Verlauf der Tumorerkrankung auf, wenn der Tumor gar nicht mehr auf eine Chemotherapie anspricht.

Systemische Chemotherapie

Unter systemischer Chemotherapie versteht man die Behandlung mit Zytostatika, die in der Regel per Infusion über den Blutkreislauf verabreicht werden und so im gesamten Körper gegen Krebszellen aktiv werden. Bei Aszites-Patienten kommt eine systemische Chemotherapie in Frage, wenn der für die Entstehung des Aszites ursächliche Tumor bekannt ist und diese Tumorart auf Chemotherapeutika anspricht, z. B. bei Eierstock- oder Darmkrebs.

Die systemische Chemotherapie richtet sich gleichzeitig gegen den Primärtumor und gegen die Tumorzellen oder Metastasen im Bauchfell als mögliche Auslöser des Aszites. Es handelt sich also um keine symptomatische Behandlung der Flüssigkeitsansammlung, sondern um den Versuch, deren Ursache zu beseitigen. Wegen der starken Nebenwirkungen sollte der Nutzen einer Chemotherapie jedoch gegen die verschlechterte Lebensqualität der Patienten abgewogen werden.

Intraperitoneale Chemotherapie

Bei der intraperitonealen Chemotherapie werden die Zytostatika direkt in die Bauchhöhle verabreicht. Nach der Drainage der Aszitesflüssigkeit werden über einen Katheder die Chemotherapeutika, in den Bauchraum gespült und verbleiben dort zwischen drei und 24 Stunden. Dafür werden Wirkstoffe gewählt, die nur langsam in den Blutkreislauf übertreten und von denen man aufgrund einer vorangegangenen systemischen Chemotherapie bereits weiß, dass sie bei den Zellen des Primärtumors wirksam sind. Die Behandlung wird im Abstand einiger Wochen wiederholt.

Die Verträglichkeit der intraperitonealen Chemotherapie ist sehr begrenzt. Wegen der hohen Konzentration der Zytostatika kann eine intraperitoneale Chemotherapie zu schmerzhaften Bauchfellentzündungen und Vernarbungen im Bauchraum, einer sogenannten Gewebsfibrose, führen. Diese Therapieform wird deshalb nur dann eingesetzt, wenn andere Optionen keinen Erfolg versprechen.

HIPEC: Die Kombination aus Hyperthermie und intraperitonealer Chemotherapie

Eine weitere Behandlungsoption bei malignem Aszites infolge einer Peritonealkarzinose stellt die sogenannte HIPEC (Hypertherme intraperitoneale Chemotherapie) dar.

Zunächst werden während einer aufwendigen Operation alle sichtbaren Metastasen, die sich auf dem Bauchfell oder in den Bauchorganen angesiedelt haben, entfernt. Im Anschluss daran sollen verbliebene Tumorzellen durch die HIPEC zerstört werden. Dazu werden die Zytostatika auf ca. 42°C erhitzt und durch die Bauchhöhle gepumpt. Die Erwärmung soll die tumorabtötende Wirkung erhöhen, weil Tumorzellen empfindlicher auf Hitze reagieren als normale Zellen.

Für einige Erkrankungssituationen ist diese Therapie der Standard, zum Beispiel für die typischen Schleimabsonderungen auf dem Bauchfell beim Blinddarmkrebs (Pseudomyxoma peritoneii beim Appendixkarzinom). Als Therapie von malignem Aszites wird dieses Konzept im Internet häufig erwähnt und auch von einigen Kliniken angeboten. Aber für die Therapie des malignen Aszites aufgrund von Peritonealkarzinose ohne Schleimansammlung wird diese Therapieform – zumindest für zugrundeliegende gynäkologische Krebserkrankungen – nicht empfohlen. Eine Wirksamkeit konnte hier bisher nicht nachgewiesen werden, sodass diese Therapie wegen der doch deutlichen Nebenwirkungen Patienten mit gastrointestinalen Tumoren (z. B. dem Blinddarmkrebs) vorbehalten bleiben sollte.

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